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Technologie, der Freund der Landwirtschaft in den nachhaltigen Volkswirtschaften der Zukunft

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Wie kann die europäische Landwirtschaft umweltfreundlicher werden und eine gesunde, rentable Produktion sicherstellen?

Die Antwort liegt in innovativen Produktionsmethoden und Hightech, wie sie in der niederländischen „Farm der Zukunft“ eingesetzt werden, die von Forschern der Universität Wageningen entwickelt wurde, um Lösungen für eine nachhaltige Produktion zu finden. Ihr Betrieb, der in Lelystad erprobt wird, zeichnet sich nach eigenen Angaben durch eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, eine hohe Artenvielfalt und minimale Umweltemissionen aus. Sie streben auch danach, den Landwirten ein ausreichendes Einkommen zu verschaffen und letztlich den Einsatz fossiler Brennstoffe zu vermeiden.

„Wir brauchen neue Technologien für eine neue Landwirtschaft“

Der Betrieb verfügt über zwei Feldlabors, von denen eines speziell für die Erprobung von Agrarökologie und Technologie eingerichtet wurde. Auch das Nationale Zentrum für angewandte Forschung im Bereich erneuerbare Energien und grüne Ressourcen (ACRRES) kann dort Projekte im Bereich erneuerbare Energien durchführen. Die Farm der Zukunft ist eine Partnerschaft mit dem von der EU finanzierten Projekt Nefertiti, das den Einsatz von Innovationen in der Landwirtschaft fördern und zu einer wettbewerbsfähigeren, nachhaltigeren und klimabewussteren Zukunft beitragen soll.

Wijnand Sukkel ist der Projektleiter der Farm. Er sagt, dass sie eine Kombination aus Agrarökologie und Technologie anwenden, mit besonderem Schwerpunkt auf der Bodenbewirtschaftung. „Wir konzentrieren uns auf die Kulturpflanzenvielfalt, und zwar nicht nur auf die zeitliche, sondern auch auf die räumliche, d. h. Mischkulturen und Streifenanbau“, fügt er hinzu.

Monokulturen versus Streifenanbau

Im Gegensatz zu Monokulturen schaffen Streifen aus verschiedenen Kulturen Mini-Ökosysteme, die der biologischen Vielfalt zugute kommen. Fruchtfolge und Deckfrüchte verbessern die Bodenqualität. Die Qualität des Bodens wird beeinträchtigt, wenn schwere Maschinen den Boden verdichten. Der Unterboden ist der Boden direkt unter dem Oberboden, der etwa 30-45 Zentimeter tief ist. Es ist wichtig, dass der Untergrund locker ist, da Pflanzenwurzeln ihn leicht durchdringen und die natürliche Drainage des Bodens verbessert wird.

Lelystad, Niederlande

Löcher bohren, um verdichteten Untergrund aufzubrechen Lelystad, Niederlande

Die Lösung für verdichteten Untergrund wird auf Future Farm getestet. Senkrechte Löcher, die tief in den Boden gebohrt werden, brechen feste Schichten auf.

Verbesserte Technik

Roboter sind der Schlüssel zur modernen Landwirtschaft. Sie passen gut zu nachhaltigen Produktionsmethoden und liefern nützliche Daten. Bram Veldhuisen ist Forscher an der Universität Wageningen. Er erklärt, dass „die Maschinen oft immer größer wurden, und jetzt sehen wir mit den Robotern, dass sie kleiner sein können, und das ist besser für den Boden“. „Sensoren wie Satelliten und Drohnen geben uns viel mehr Einblick in das, was auf dem Boden passiert“, fügt er hinzu.

„Für Landwirte hilft die Technologie, bessere oder besser unterstützte Entscheidungen zu treffen.“

Bram Veldhuisen
Forscher an der Universität Wageningen
Damit solche Technologien für alle zugänglich sind, ist das Internet unerlässlich. Deshalb hat sich die Europäische Kommission in ihrer Strategie „Vom Bauernhof zum Bauernhof“ das Ziel gesetzt, bis 2025 100 % der ländlichen Gebiete mit schnellem Breitbandinternet zu versorgen.

Die wissenschaftliche und natürliche Landwirtschaft ergänzt die neuen Anbaumethoden. Eine solche natürliche Methode ist der Deckfruchtanbau. Diese werden im Winter gepflanzt und dienen der Gesunderhaltung des Bodens. Diese Pflanzen nehmen über ihre Wurzeln Mineralien auf, bilden Proteine und organische Formen von Stickstoff, die den Boden schützen und verbessern.

Stickstoff ist lebensnotwendig, aber wenn sich durch übermäßigen Einsatz von Düngemitteln zu viel davon im Boden befindet, kann er die Umwelt schädigen.

Laboruntersuchungen werden durchgeführt, um das Bodengleichgewicht vor der Aussaat und nach der Ernte zu überprüfen. Der Biobauer und Forscher Koen Klompe sagt, dass wir auf dem Hof der Zukunft „immer einige Bodenproben nehmen, um zu sehen, wie viel Stickstoff nach dem Winter noch im Boden ist, damit wir die Düngung optimieren können. Wenn also noch viel Stickstoff vorhanden ist, müssen wir mit weniger Stickstoff düngen.“

Auf Wiedersehen mit fossilen Brennstoffen

Die Forscher der Farm of the Future erzeugen erneuerbare Energie für ihre Maschinen. Landwirtschaftliche Gebäude und Scheunen wurden bereits mit Solarzellen zur Stromerzeugung ausgestattet.

Lelystad, Niederlande

Solarzellen auf landwirtschaftlichen NebengebäudenLelystad, Niederlande

Ein bevorstehendes Projekt zielt darauf ab, das Potenzial von Windturbinen zum Betrieb einer Anlage zur Herstellung von Wasserstoffkraftstoff zu nutzen. Sukkel erklärt: „Wir werden aus dem Strom Wasserstoffgas herstellen, es hier lagern und für unsere Traktoren verwenden“. Die kleinen Maschinen verbrauchen Strom.

Dies zu können, wird ihnen helfen, sich selbst mit Treibstoff zu versorgen, was das Ziel jeder zukünftigen Wirtschaft ist.

Quelle: https://www.euronews.com/green/2021/03/30/technology-agriculture-s-friend-for-the-sustainable-farms-of-the-future